Zuordnungsverfahren
 

Das Zuordnungsverfahren wird je nach angegebenen Grenzwert in der Nomenklatur für überwachungsbedürftige Anlagen definiert.

Ab dem Zeitpunkt, in dem ein Betrieb mehre überwachungsbedürftige Anlagen, von denen eine genehmigungspflichtig ist, umfasst, führt das Prinzip des Zusammenhangs (Umweltschutzgesetz) dazu, dass das Anlagenensemble als ganzes genehmigungspflichtig ist.

Das Zuordnungsverfahren ist das entscheidende Kriterium für die effektive Anwendung des Gesetzes. Das Gesetz bestimmt auch den juristischen, technischen und finanziellen Rahmen, in dem die Anlagen gebaut oder weiterhin betrieben werden können.

Es gibt vier Ebenen der Zuordnung:

3nicht überwachungsbedürftig (Non classé, NC)3

Alle betrieblichen Aktivitäten liegen unter den Grenzwerten für eine Einordnung in die Nomenklatur. Bei dem Betrieb handelt es sich um eine nicht überwachungsbedürftige Anlage. Er untersteht der Polizei des Bürgermeisters.

3Meldung (Déclaration, D)3

Die überwachungsbedürftige Anlage muss dem Präfekten vor Inbetriebnahme gemeldet werden. Man geht dann davon aus, dass das Risiko zumutbar ist und im mittleren Bereich der Standardvorschriften, den sogenannten „Standarderlassen“ auf nationaler Ebene, liegt.

3Meldung mit Kontrolle (Déclaration avec contrôle, DC)3

Die überwachungsbedürftige Anlage muss dem Präfekten vor Inbetriebnahme gemeldet werden, zusätzlich ist sie jedoch auch Gegenstand einer regelmäßigen Kontrolle (Umweltschutzgesetz, Regelteil, Buch V Art. R512-56 bis R512-66 und R514-5), die von einer vom Ministerium für nachhaltige Entwicklung zugelassenen Einrichtung durchgeführt wird.

3Genehmigung (Autorisation, A)3

Überschreitet die überwachungsbedürftige Anlage die Grenze der zugelassenen Aktivitäten muss vor ihrer Inbetriebnahme ein Antrag auf Genehmigung gestellt werden, indem die Zumutbarkeit des Risikos dargelegt wird. Der Präfekt kann den Betrieb genehmigen oder ablehnen. Im positiven Falle wird von Fall zu Fall ein präfektoraler Erlass für die Genehmigung ausgearbeitet.

3Genehmigung mit Auflagen (Autorisation avec servitudes, AS)3

Entspricht nur wenigen Fällen, vor allem im Bereich der „Seveso-Anlagen der oberen Grenze" im Sinne der europäischen „Seveso II“-Richtlinie. Diese Anlagen bergen technologische Risiken; das Vorgehen entspricht den Schritten für die Genehmigung, allerdings kommen Auflagen zum öffentlichen Nutzen hinzu, mit dem Ziele, Dritte daran zu hindern, sich in der Nähe dieser risikoreichen Betriebe niederzulassen.